Wissenschaftliche Analyse

Name: Jepara
Ort: Java, Indonesien
Koordinaten: 6°36’S 110°44’E
Typ: Pallasit, PMG
Fund: 2008
Masse: 499,5 kg

Meteorite sind um ein vielfaches seltener als Gold auf der Erdoberfläche und nur ein paar von ihnen sind Pallasite – eine faszinierende Struktur aus Metall und Edelstein. Ihr Ursprung ist der Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter und ihr Alter ist 4,6 Milliarden Jahre. Pallasite stellen die Übergangszone zwischen Mantel und Kern eines Asteroiden dar. Der erste wurde 1749 in Krasnojarsk/Russland g efunden und von Peter Simon Pallas, einem deutschen Wissenschaftler beschrieben, nach ihm wurde diese spezielle Meteoritengruppe benannt. Im Laufe der letzten Jahrhunderte wurden nur 36 weitere Pallasite der Hauptgruppe gefunden, die Hälfte derer mit einem Gewicht von nur unter 20 kg. Mit seinem Gewicht von 499,50 kg ist Jepara der fünfgrößte Pallasit der Hauptgruppe.

Fund:

Der Meteorit wurde im Mai 2008 während Ausgrabungen für ein Fundament einer neuen Möbelfabrik in Jepara/Indonesien entdeckt.

Form und Aussehen:

Das Gewicht beträgt 499,50 kg und die Form ist fast rund mit dem kleinsten Durchmesser von 70 cm und dem größten Durchmesser von 85 cm. Außen zeigt sich eine verwitterte und rostige Oxidationsschicht von 2- 4 cm Stärke.

Petrographie:

Jepara zeigt eine gleichmäßige Verteilung von grobkörnigen gerundeten Olivinen in einer Größe von 6-12 mm Durchmesser (64 %) Diese sind eingebettet in sekundären Magnetit (23 %), Nickelsulfid und Nickelsulfat (8%) und Schreibersit (5%). Die Bestandteile sind fein und gleichmäßig verteilt, dies gibt Jepara ein besonderes Aussehen, völlig anders als andere Pallasite. Die Olivine sind meist sehr klar und ohne Risse.

Geochemie:

Olivine sind gleichmäßig angeordnet (Fa12-13). Sulfide bestehen aus NiS und können einen Austauschprodukt von Troilit sein, während Magnetit (Fe3O4) ein Verwitterungsprodukt des ursprünglichen NiFe ist. Schreibersit hat diese Zusammensetzung (Fe1.85Ni1.15) Jepara war wohl schon lange auf der Erde bevor er gefunden wurde.

Analysen:

Alle Untersuchungen wurden durch die Universität Bayreuth durchgeführt, die Isotopenanalyse der Olivine durch die Universität Göttingen.

 

Analyse Prof. Falko Langenhorst

Analyse Tubular Inclusions